Senegal – Algerien 0:1


27.06.2019
30 June Stadium
Africa Cup of Nations 2019
Zuschauer: 14.765

Letzter Tag in Ägypten, bevor es in der Nacht zurück in die Heimat gehen wird. Und dieser Tag hatte es in sich. Denn schon am morgen machten wir uns auf zu einem echten Highlight. Die Pyramiden von Gizeh gehören zu den bekanntesten und ältesten erhaltenen bauwerken der Menschheit. Sie liegen rund 15 Kilometer vom Stadtzentrum Kairos entfernt und das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike. Die größe und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops. Wer Platzangst hat sollte diese Pyramide eher nicht betreten, zudem sind die Gerüche innerhalb auch nicht jedermanns Sache. Dennoch lohnt es sich aus meiner Sicht, das innere zu betreten. Auf dem weitläufigen Gelände kann man einiges an Zeit verbringen. Wir besuchten noch das Solarboatmuseum, machten zahlreiche Fotos vor den Pyramiden und besuchten anschließend das Grab von Königstochter Meres Ank III mit grandiosen Wandmalereien. Zum Abschluss ging es noch zur großen Sphinx – welche mich persönlich eher enttäuschte. Auch hier noch einige Fotos – und dann ging es zurück zum Hotel.  Kurzer Stopp am Hotel, und dann ging es auch nach einem kleinen Snack ins Ägytische Museum auf der anderen Straßenseite unseres Hotels. Mit mehr als 150.000 Artefakten beherbergt es heute die größte Sammlung Altägyptischer Kunst weltweit. In über 100 Sälen sind hier Fundstücke aus dem Grabschatz des Tutanchamun und Königsmumien ausgestellt.

Anschließend gönnten wir uns noch etwas Ruhe, bevor es auf das Spiel zweier Favoriten auf den Turniersieg ging. Die Fahrt zum etwa 20 Kilometer östlich des Stadtzentrums gelegene Stadion gestaltete sich als schwierig heraus. Die Taxifahrer lehnten ab, und unser bestelltes Uber versetzte uns. Zum Glück stand da an der Ampel ein Ägypter, der uns zuerst ebenfalss ein Uber organisieren wollte, letztlich aber uns aber auf die Rückbank seines Bekannten einsteigen lies. Mit leckerem, geschenkten Essen in der Hand. Die Ägypter sind Wahnsinn. Das bereit gehaltene Taxigeld wollten die beiden nicht – und so ging es mit den beiden gemeinsam ins Stadion. Der Fußweg entlang der Sandwüste kam mir ewig vor, und dennoch hätte es mit dem Anpfiff noch klappen können. Letztlich verpassten wir hier die Ersten beiden Spielminuten weil die Einlasstore zum Einlauf der Mannschaften immer noch nicht geöffnet waren. Einige der Algerischen Fans konnten es nicht abwarten und kletterten über die Zäune in den Innenraum. Als dann um eine Panik zu vermeiden die Tore geöffnet wurden, kamen etliche Fans ohne Einlasskontrolle ins Stadion. So erkläre ich mir die geringe Zuschauerzahl. Denn ich schätze es waren weit über 20.000 Zuschauer im Stadion. Es ist übrigens das Stadion, in dem 2015 nach schweren Ausschreitungen 22 Menschen getötet wurden.

In der aktuellen Weltrangliste steht Senegal auf Platz 22 und ist damit das am besten platzierte Team Afrikas. Nicht nur aus diesem Grund zählt Senegal zu den absoluten Favoriten, denn auch der Liverpooler Stürmer Sadio Mané darf heute nach abgesessener Sperre ins Turnier eingreifen. Er ist zweifellos einer der Spieler, die den Unterschied ausmachen können. Doch auch ohne ihn konnte der Senegal sein Auftaktspiel gegen Tansania mit 2:0 gewinnen. Heute aber war es an der Zeit für die große Turnierüberraschung, denn Algerien gewinnt nach dem 2:0 gegen Kenia auch heute 1:0 gegen Senegal und steht sicher im Achtelfinale. Matchwinner war Youcef Belaili, der kurz nach der Pause den einzigsten Treffer des Tages erzielte (49.). Es war ein verdienter Sieg der Algerier, denn bereits in der Ersten Hälfte hatte das Team die besseren Chancen, doch scheiterte jeweils in Aussichtsreicher Situation. Senegals Champions-League Sieger Mané konnte die Niederlage nicht abwenden. Dabei hätte es nach einem Foul an ihm im Strafraum Elfmeter geben müssen (73.), doch beim Afrika Cup wird der Videobeweis erst ab dem Viertelfinale eingesetzt. Algerien schwingt sich somit zu einem echten Favoriten auf den Turniersieg auf.

Für uns ging es nach dem Spiel mit unseren beiden Ägyptischen Freunden zurück in die Stadt und dort zu ein wenig schlaf. Kurz nach Mitternacht hieß es dann auschecken und zum Flughafen. Mit Aegan Airlines ging es dann über Athen zurück nach Frankfurt. Der Kopf voll mit Erinnerungen an die schöne Zeit im Norden Afrikas und der Gewissheit nicht zum letzten mal auf dem Afrika Cup gewesen zu sein.

Ägypten – DR Kongo 2:0


26.06.2019
Cairo International Stadium
Africa Cup of Nations 2019
Zuschauer: 74.219

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück und dem Check-Out mit dem Taxi für umgerechnet 22 Euro zurück nach Kairo. Und das für 125 Kilometer und knapp zwei Stunden fahrt. Wir kamen gut voran und checkten um die Mittagszeit in unserem Hotel ein. Die Zeit bis zum Spiel nutzten wir, um uns das Alte, Koptische Kairo anzusehen. Doch die heiligen Kirchen und Synagogen haben uns nicht sonderlich gefallen. So hieß unser nächstes Ziel Citadelle von Saladin. Diese ist eine der wenigen erhaltenen befestigten Anlagen der Stadt und eine ihrer markantesten Sehenswürdigkeiten. Sie befindet sich auf einer Anhöhe, was es uns bei der enormen Hitzenoch etwas schwieriger machte. Auch die schöne Muhammad-Ali-Moschee hier wusste zu gefallen. Und eine leckere Möglichkeit zum Essen konnten wir hier nutzen. Zurück am Hotel gingen wir noch ein wenig ans nahegelegene Nilufer, ehe wir uns auf zum Spiel der Ägypter machten.

Wir wählten die Fahrt per Metro, um nicht dem Straßenverkehr ausgeliefert zu sein. Doch die Metro war weitestgehend leer. Keine Fans an Board, was mir langsam Sorgenfalten bereitete. Auch am Stadion angekommen waren die Straßen leergefegt.  Die Situation eineinhalb Stunden vor Anpfiff war irgendwie seltsam. Unser Eingang war auf der anderen Seite, und auch am Einlass war kaum was los. Werden heute überhaupt Zuschauer im Stadion sein fragte ich mich? Ein paar Schritte über die Fanmeile und dem einstecken einiger Naschereien liefen wir zum Stadionaufgang. Es wurde jetzt lauter. Und dann erblickte ich das weite Rund. Atemberaubend. Knapp 75.000 Zuschauer in Rot und Weiß, Zigtausende Fahnen, eine Wahnsinns Stimmung – und Mo Salah der genau in diesem Moment den Rasen zum Aufwärmen betrat. Afrikas Spieler des Jahres der vergangenen beiden Jahre sorgte für Gänsehaut. Und dieser Spieler wirkte so Sympathisch, winkte nach Ende seines Aufwärmprogrammes ins Publikum. Ich möchte heute erleben wie er trifft, dachte ich mir. Doch Ägypten tat sich lange Zeit schwer und Kongo war immer wieder Brandgefährlich. Tisserands Schuss aus dem Gewühl klatschte zum Glück an die Latte (11.). Doch Ägypten trifft mit der Ersten Chance: Villas Ahmed El-Mohammadi reagiert nach einer Unordnung in Kongos Strafraum am schnellsten und Trifft zur umjubelten Führung (25.). Die Vorentscheidung? Konter Ägypten über Trezeguet und Mo Salah. Letzter spielt im Strafraum zwei Kongolesen aus und trifft Technisch herausragend (43.). Die Zuschauer rasten aus. Dabei hatte nur drei Minuten zuvor Kongos Bolingi ein weiteres mal Aluminium (40.) getroffen. Mit dem zweiten Sieg steht Ägypten somit sicher im Achtelfinale. Nach Schlusspfiff zeigte sich dann die Hilfsbereitschaft der Ägypter. Ein Jugendlicher half uns bei der Suche nach dem Richtigen Bus zum Tahrir Plaza, der uns innerhalb kürzester Zeit zurück zum Hotel brachte.

Ghana – Benin 2:2


25.06.2019
Ismailia Stadium
Africa Cup of Nations 2019
Zuschauer: 8.094

Das zweite Spiel des Abends stand an, und damit auch die ersten Auftritte von Ghana und Benin. Wie immer sind die Hoffnungen der Black Stars groß. Angesichts der Qualität jedoch dürfte es in diesem Jahr eine der besten Gelegenheiten sein. Atleticos Thomas Partey und Christian Atsu können aus dem Mittelfeld heraus die beiden Ayew Brüder im Sturm bedienen. Zudem könnte Asamoah Gyan der erste Spieler sein, der bei sieben Afrika-Cups trifft. Sieben Teilnahmen – davon ist Benin noch ein Stück entfernt. Bei bislang vier Teilnahmen gelang noch kein Sieg, doch mit Huddersfields Steve Mounié in der Spitze wollen die Eichhörnchen das bei dieser Teilnahme ändern.

Bereits vor dem Spiel sind etliche sehenswerte Anhänger Benins zu sehen. Die Stimmung und die Choreografie die sie verbreiten ist sehr beeindruckend. Synchron werden Flagen durch die Lüfte bewegt und weiße Tücher geschwungen. Benins Fans gefallen – die von Ghana nicht. Unkoordinierter Lärm mit allerhand Instrumenten lassen meinen Schädel brummen.

Das Duell zwischen Ghana und Benin stellt dann alle bisherigen Turnierspiele in den Schatten. Der Mutige Start der kleinen Eichhörnchen wird sofort mit der Führung belohnt. Der Steilpass von Soukou landet beim Ex-Dresdner Mickael Poté, der an der gesamten Abwehr vorbei zieht und am Torhüter vorbei zur Führung Benins trifft (2.). Was für ein Start – doch Ghana war keineswegs geschockt. Ein Zuspiel in die Spitze von Jordan Ayew zu seinem Bruder André Ayew nutzte dieser zum schnellen Ausgleich (9.). Wir sahen ein intensives Spiel, zeitgleich das beste unserer bisherigen Tour. Und Benins Spiel ringt Ghana seine kompletten Qualitäten ab. Und Ghana erzielt noch vor der Pause die Führung. Diesmal nimmt Jordan Ayew einen Pass von Adams auf und haut den Ball zur Führung ins Tor (42.). Die Führung zur Halbzeit für die Black Stars ist zweifellos verdient, doch hat Benin gezeigt, dass sie gefährlich sein können. Doch dann beginnt die zweite Hälfte kurios: Der Tunesische Schiedsrichter zeigt Ghanas Boye die Gelb-Rote Karte wegen Zeitspiels (54). Dabei hatte er sich nur den Ball zum Freistoß zurecht gelegt, und diesen dann seinem Torhüter überlassen. Die Eichhörnchen aber konnten ihre Überzahl nutzen und kamen durch Mickael Potés zweiten Treffer zum Ausgleich (63.). Am Ende blieb es beim gerechten Unentschieden, das beiden Mannschaften nur wenig hilft.

Wir begaben uns zurück zum Hotel und warteten in der Lobby auf die Mannschaft aus Ghana. Und nach eineinhalb Stunden warten fuhr dann auch endlich der Mannschaftsbus vor. Der Plan die beiden Ayew Brüder und Manager Sammy Kuffour für Selfies zu gewinnen, ging auf. Leider verpasste ich Atleticos Thomas Partey – aber das ist zu verschmerzen.

Kamerun – Guinea-Bissau 2:0


25.06.2019
Ismailia Stadium
Africa Cup of Nations 2019
Zuschauer: 5.983

Am Hotel angekommen wurde uns schnell klar, dass wir das Mannschaftshotel mindestens einer der Mannschaften des Abends erwischt haben. Es waren die Mannschaften von Ghana und Guinea-Bissau, dazu aber später mehr. Wir besuchten nach dem Check-In kurz das Hotelrestaurant und verweilten dann die restliche Zeit bis wir los mussten am Pool.

Am Abend startete dann mit Kamerun der aktuelle Titelverteidiger ins Turnier. Im Finale 2017 besiegte man Ägypten und wurde zum fünften Mal Sieger des Afrika-Cup. Auch bei diesem Turnier zählen die Unbezähmbaren Löwen zu den Favoriten, nicht zuletzt wegen der deutlich Erfahreneren Spielern wie Kapitän Eric-Maxim Choupo-Moting (PSG) oder Torwart André Onana (Ajax). Außerdem steht an der Seitenlinie bei Kamerun der ehemalige Niederländische Nationalspieler Clarence Seedorf. Er gewann als Spieler viermal die Champions League. Sein Assistent ist der ehemalige Niederländische Torjäger Patrick Kluviert. Ihr Gegner Guinea-Bissau ist ein weitgehend unbekannt es Fußballland. Die ehemalige Portugiesische Kolonie an der Westküste Afrikas steht auf Platz 118 der Weltrangliste, zwischen Mosambik und Neuseeland. Bekannt unter dem Namen Djurtus, was der einheimische Name für den Afrikanischen Windhund bedeutet, war Guinea-Bissau beim letzten Turnier 2017 Erstteilnehmer.

Kamerun war über die gesamte Spielzeit die überlegene Mannschaft, schaffte es aber in der ersten Halbzeit nicht ihre  Chancen in zählbares zu verwandeln. Immer wieder vergaben die Spieler, allen voran Choupo-Moting frei vor dem Tor. Es war eine träge erste Hälfte mit nur wenig temoo nach vorne. Die Kameruner hatten in der ersten hälfte zwar mehr vom Spiel-  vor allem auch mehr Chancen, doch konnten keine davon nutzen. Überraschenderweise hält der vermeintliche Außenseiter in der Anfangsphase gut mit. Die Mannschaft Guinea-Bissaus stellte sich zu Beginn nicht hinten rein, sondern spielte mutig nach vorne. Kameruns Trainer dürfte das nicht gefallen haben, und so zeigten sich die Löwen nach dem Seitenwechsel stark verbessert. Kamerun drängte das Team von Guinea-Bissau immer mehr in die eigene Hälfte. Innerhalb von drei Minuten fallen beide Tore:  Zuerst steigt Yaya Banana nach einer Ecke am höchsten und köpfte den Ball ins Tor (66.). Zwei Minuten später wechselt Seedorf den Strasbourger Stephane Bahoken ein, der nur eine Minute später zum 2:0 trifft (69.). So hatte Kamerun alles im Griff und spielt die Partie kontrolliert zum sicheren Sieg zu Ende.

Bis zum zweiten Spiel des Abends im Ismailia-Stadium zwischen Ghana und Benin verging eine Stunde. Zeit für mich noch einen Persönlichen Höhepunkt anzusprechen. Das Stadion in Ismailia ist Ground Nummer 1.000. Leider konnte das Jubiläum mangels Alkohol nicht ausgreichend gefeiert werden – wurde aber nachgeholt.

Mali – Mauretanien 4:1


24.06.2019
Suez Stadium
Africa Cup of Nations 2019
Zuschauer: 6.202

Nach dem Abpfiff der Partie im  Al-Salam Stadium musste es für uns schnell gehen. Ein im Stadion vorbereitetes Blatt mit dem Wort „Suez“ sollte uns schneller zu einer Fahrgelegenheit verhelfen. Schnell fanden wir einen bereitwilligen SUV-Fahrer. Doch dem Preis von umgerechnet 64 Euro für die 132 Kilometer waren dann doch etwas zu viel. Wenn ich da schon gewusst hätte, was uns mit dem Taxifahrer den wir für umgerechnet 40 Euro bekamen durchstehen mussten, ich hätte mich definitiv für die Luxusvariante entschieden. Doch der Reihe nach: Der Taxifahrer lockte uns mit einem Preis von umgerechnet 32 Euro. Doch nach dem Tankvorgang kurze Zeit später hob er ihn auf 40 Euro an. Wir nickten aus Zeitnot. Aufgrund meiner Fehlnavigation fuhren wir aber erst einmal zurück in die Stadt und standen unnötig 20 Minuten im Stau. Zurück auf der Autobahn wurde es dann zur schlimmsten Taxifahrt überhaupt. Das helle Multimediadisplay am Rückspiegel blendete unseren Fahrer, der bei Dunkelheit phasenweise blind fuhr. Immer wieder bremste er ab, auch weil sein Licht zu schwach war – und er wich einem großen Hindernis erst viel zu spät aus. Hier hätten wir um Haaresbreite einen Unfall gehabt. Das nicht vorhandene Englisch des Fahrers machten die zwei Stunden zusätzlich schwerer. Als wir dann endlich in Suez ankamen, wollte er uns an jeder Ecke loswerden und nicht verstehen, dass wir am Hotel heraus gelassen werden wollen. Apropos Hotel: Unser gebuchtes Hotel erklärte uns bei Ankunft unsere Reservierung sei hinfällig, da das Hotel derzeit sichtbar Renoviert wird und überbucht sei. Noch eine Stunde bis zum Anpfiff und das Hotel schickt uns weg. Dazu noch den schrecken der Taxifahrt im Kopf. Aber Dennis klärte es mit dem Rezeptionisten und schaffte es irgendwie gegen eine Zuzahlung noch ein Zimmer zu ergattern. Ich konnte wieder etwas lachen.

Die vier Kilometer zum Stadion waren mit dem Taxi kein Problem, und so waren wir wenige Minuten vor Anpfiff im Suez Stadium. Hier spielten um 22 Uhr die Westafrikaner aus Mali gegen den Debütanten aus Mauretanien. Beim klaren 4:1 Sieg benötigte Mali zwar einige Zeit um ins Spiel zu kommen, beeindruckte dann aber mit starkem Offensivspiel und purer Abgezocktheit. Der Durchbruch in Malis Spiel war der schöne Distanztreffer von Abdoulaye Diaby (37.). Kurz vor der Halbzeit verwandelte Portos Moussa Marega einen Foulelfmeter souverän (45.) Zuvor hatte Mauretaniens Keeper Souleymane einen Schuss nicht festhalten können und einen nachsetzenden Malier zu Fall gebracht. Kurz nach der Halbzeit sorgte Adama Traoré mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze (55.) für das 3:0. Mauretanien kam durch einen Elfmeter von El Hacen (72.). noch einmal ran,  doch nur eine Minute später erzielte Adama Traoré mit seinem zweiten Treffer des Tages den 4:1 Endstand. Ein echtes Traumtor aus 18 Metern in den Winkel (73.).

Die Rückkehr ins Hotel und die Nacht sind nicht erwähnenswert. Der Ausblick beim Frühstück auf den naheliegenden Suez-Kanal war klasse. Enttäuschend jedoch, dass das Ägyptische Militär sämtliche Bereiche um den Kanal eingezäunt hat und streng bewacht, so dass wir nichts davon aus der Nähe sehen konnten. Ohnehin fiel das geplante Sightseeing ziemlich dürftig aus. Deshalb machten wir uns früher als geplant auf den Weg nach Ismailia. Beim Checkout im Hotel notierte unser der Rezeptionist die Hotelanschrift auf Arabisch. Und wir hatten Glück, der erste Taxifahrer nahm uns die 94 Kilometer für umgerechnet 30 Euro mit.

Elfenbeinküste – Südafrika 1:0


24.06.2019
Al Salam Stadium
Africa Cup of Nations 2019
Zuschauer: 4.961

Am Mittwoch, den 24. April während der Arbeit erreichte mich die Frage, ob ich mir einen Besuch beim diesjährigen Afrika-Cup in Ägypten vorstellen kann. Zugegebenermaßen hatte ich mich noch nicht mit Ägypten als Ziel auseinander gesetzt. Am darauffolgenden Montag wurde dann der Urlaub genehmigt und gleichzeitig die Flüge gebucht. Damit stand fest, am 24. Juni geht es mit UIA ab Frankfurt und einem Zwischenstopp in Kiew nach Kairo. Damit auch erstmal genug mit Fakten. Denn bis zur erteilung der Fan ID (am 09.06.) und der Möglichkeit Matchtickets zu kaufen dauerte es noch eine halbe Ewigkeit. Am 11. Juni, weniger als zwei Wochen vor unserem ersten Spielbesuch, klappte es dann auch endlich mit dem Ticketkauf. 

Ukraine International Airlines brachte uns dann am frühen Montagmorgen nach Kairo. Das Touristenvisum am Flughafen war gegen eine Gebühr von 25 US-Dollar problemlos erhältlich, und auch der Einreisestempel war kurze Zeit später im Pass. Und dann ging auch schon der Ärger mit den Taxis los. Der Fahrer verlangte umgerechnet 26 Euro für eine Strecke von nur Acht Kilometern. Mit Freude handelten wir eine Kombination aus – für etwas weniger bringt er uns zuerst zum Al-Shams Club, wo wir sowohl unsere Fan-ID als auch all unsere Eintrittskarten ausdrucken lassen konnten. Zu den Acht Kilometern kamen dann noch weitere 14 Kilometer zum Al-Salam Stadium – für umgerechnet nur 19 Euro. Je länger die Fahrt dauerte umso mehr realisierte er, dass er sich verzockt hatte und wollte beim Aussteigen 10 Euro mehr. Das klappte aber leider nicht. So waren wir eine Stunde vor Anpfiff am Al-Salam Stadion im Norden Kairos. In der Vergangenen Saison wurden hier einige Spiele der großen Teams Ahly und Zemalek ausgetragen – ist aber das eigentliche Heimstadion von El-Entag El-Harby.

Die Mannschaft der Elfenbeinküste trägt nur noch wenig ruhmreiche Namen. Der Mainzer Jean-Philippe Gbamin sitzt zu Beginn nur auf der Bank. Die bekanntesten unter den anderen sind Tottenhams Sergé Aurier und der von Bayern umworbene Nicolas Pepé (OSC Lille). Und dieser Nicolas Pepé sorgte für die Erste große Chance des Spiels indem er einen Freistoß aus halbrechter Position an die Querlatte zirkelte (32.). Und nur eine Minute später vergibt Jonathan Kodjia eine weitere Großchance, indem er eine Kopfballrückgabe erläuft und dann am überragenden Keeper der Südafrikaner scheitert (33.). Wenig später ist Halbzeit und es bot sich für uns die Möglichkeit von der knallenden Sonne in den Schatten zu sitzen. Highlight der Ersten Halbzeit für mich aber: Die Fans der Elfenbeinküste. Mit Trommeln, Rasseln und Tröten wurde in sehenswerten Musikeinlagen hochwertiges zum besten gegeben. Der Afrika-Cup begeistert mich sichtlich. Die Ivorer gewinnen letztlich ihr Erstes Spiel bei diesem Turnier knapp aber verdient mit 1:0. Südafrika zeigte über die gesamte Spieldauert zu wenig und kann sich bei der Querlatte und ihrem glänzend aufgelegten Keeper Williams bedanken, dass diese Partie so knapp endete. Den Treffer des Tages erzielte Aston Villas Jonathan Kodjia nach einem Zuspiel von Gradel (64.)

Nach Apfiff der Partie ging es für uns ins 132 Kilometer entfernte Suez zum nächsten Spiel.