FK CSKA 1948 Sofia II – FC FK Mramor 4:3


Sonntag, 08.03.2020
Stadion Todor Kableshkov
Vorbereitungsspiel
Zuschauer: 55

Nach dem Spiel von Slavia Sofia besuchten wir noch das Testspiel zwischen zwei Viertligisten. Beide Teams stehen in ihren Ligen auf dem zweiten Platz. Da sämtliche Amateurpartien abgesagt wurden, genauso wie das geplante U19-Spiel, gab es nur noch diese letzte Alternative auf dem Gelände von Vitosha 13. Noch während dem Spiel gab der Bulgarische Fussballverband eine Mitteilung heraus, ab sofort würden zum Schutz nun auch alle Erst- und Zweitligaspiele abgesetzt werden.

Da der Taxifahrer uns auf der falschen Seite des Geländes absetzte, ging es erstmal 1,4 Kilometer um das gesamte Areal der „Hochschule für Transport – Todor Kableshkov“ herum. Der Anpfiff war zu hören, gesehen vom Spiel haben wir da noch nichts. Sehr Ärgerlich. Dafür gab es in dem heißen Spiel mit hohem Reizfaktor insgesamt sieben Tore zu sehen. Das 1:0 und 2:0 erzielte jeweils Atanas Nyagolov (5. + 16.). Den Anschluss zum 2:1 erzielte Mladen Stoev per Handelfmeter (32.). Keine zwei Minuten später stellte Nikolay Mancheuski den alten Abstand wieder her (34.). Kurz vor der Pause kam Mramor durch Koni-Kaloya Todorov-Velikov  nochmal heran (39.). Die letzten beiden Tore erzielten Atanas Nyagolov (58.) für CSKA und Georgi Stoilov (67.) für Mramor. Erwähnenswert bei dieser Partie: Mehr als die Hälfte aller Zuschauer blieb während der Partie in ihren Autos sitzen.

Nach der Partie ging es für uns zurück ins Zentrum zum Abendessen in das Restaurant Lyubimoto. Der Geheimtipp aus einem Reiseblog lohnte sich zumindest vom Essen. Der Service war etwas zu außergewöhnlich. Immerhin schrieb sich der Kellner für seine Leistung ein sattes Trinkgeld von 10 Prozent mit auf die Rechnung. Danach ging es zuerst für ein schnelles in die “Beer-Stop Bar“, und danach in das „Old Street pub“.  

Der Rückflug ging am nächsten Morgen zurück in die Deutsche Heimat, und von dort ohne Probleme nach Hause. Langsam wurde mir klar, dass es für eine sehr lange Zeit die letzten Fussballspiele, aber auch die letzte Reise gewesen sein wird.

PFC Slavia Sofia – FK Botev Plovdiv 2:1


Sonntag, 08.03.2020
Stadion Slavia (Ovha Kupel)
efbet Liga
Zuschauer: 400

Nach dem Frühstück wollten wir, bevor wir uns auf dem Weg zum Spiel machten, noch kurz Sofias Synagoge besuchen. Doch leider wurde diese aus Gesundheitlichen Gründen komplett geschlossen. Ein Vorgeschmack auf das was bald überall eintreten wird? Warten wir es ab.

Angekommen am Stadion von Slavia im Stadtteil Ovha-Kupel drehten wir eine kleine Runde um das Stadion. Für umgerechnet fünf Euro ging es auch hier auf die überdachte Haupttribüne. Vorbei an zwei Jugendlichen Rosenverkäufern – heute ist in Weltfrauentag. Das Stadion selbst der Höhepunkt der Tour. Definitiv mit dem Potential für die Top 10 meiner Lieblingsstadien.

Im Spiel selbst ging es für den fünften Slavia gegen den achten Botev Plovdiv. Slavia hat im Kampf um die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde  nur zwei Punkte Vorsprung vor dem siebten Beroe, und muss demnach dringend gewinnen. Das Spielfeld stand  vom Regen der letzten Tage komplett unter Wasser, Kombinationsfussball war überhaupt nicht möglich. Im Gegenteil, der Ball blieb immer wieder liegen und zerstörte jeglichen Spielfluss. Ein Rückpass von Plovdivs Pirgov bleibt kurz vor dem Strafraum liegen, Slavias Stürmer Dimitrov erkennt die Situation und stürmt heran und wird vom Keeper der Gäste regelrecht um gemäht (14.).  Wie der Schiedsrichter  das Spiel hier ohne Platzverweis und Freistoß weiter laufen kann? Wahnsinn. In der Folge bleibt der Ball immer wieder in den tiefen Pfützen liegen – in Deutschland hätte auf diesem Platz kaum ein Amateurschiedsrichter angepfiffen. Kurz nach der Halbzeit bringt Stoev eine Ecke in den Strafraum zu Emil Viachky, der Slavia per Kopf in Führung bringt (51.). Die Gäste aber kommen nochmal zurück ins Spiel. Eine Hereingabe von Tonev stolpert Antonio Vutov zum Ausgleich ins Tor (60.). Nach einer Ecke verpasst Bandalovski die Führung für die Gäste nur knapp (68.). Auf der anderen Seite kommt eine Flanke von Stoev in den Strafraum, Karabelyov kommt mit dem Kopf nicht dran, doch dahinter steht noch Radoslav Kirilov, und der trifft per Aufsetzer ins Tor (78.). Slavia bleibt damit auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen, darunter sechs Siege. Mit dem vierten Sieg in Folge sichert sich Slavia einen Platz unter den ersten Sechs.

Für die beiden kennengelernten Lautrer und den Schwaben ging es nach Spielschluss zurück in die Stadt. Für uns dagegen stand noch ein viertes Spiel auf dem Plan.

PFC CSKA Sofia – PFC Beroe Stara Zagora 2:0


Samstag, 07.03.2020
Stadion Bâlgarska Armija
efbet Liga
Zuschauer: 800

Nach dem Spiel von Septemvri Sofia ging es zuerst 2,8 Kilometer Bergabwärts zu Fuß bis zur nächsten Metro-Haltestelle. Es regnete ununterbrochen, doch jegliche Taxifahrer winkten ab. Wir waren hart im nehmen, zumal uns sämtliche andere Autos mit dem durchfahren von riesigen Pfützen ebenfalls nass machten. Dennoch erreichten wir rechtzeitig das Stadion von CSKA. Und es war noch ausreichend Zeit sich mit einem bis heute unbenutzen Regencape für sage und schreibe fünf Euro einzudecken. Ebenfalls stillten wir am Fan-Store mit einem Hot-Dog und Bier Hunger und Durst. Vorbei an einem mit Fanutensilien von Konkurrent Levski behangen Baum ging es für umgerechnet sechs Euro auf die überdachte Haupttribüne.

Als vierter liegt CSKA aktuell sieben Punkte vor dem Tabellensiebten und heutigem Gegner Beroe. Da nur die ersten sechs an der Meisterschaftsrunde teilnehmen, müssen beide Teams bei drei verbleibenden Spieltagen heute gewinnen.

Den besseren Beginn hatten die Gastgeber. Nach einem Ballgewinn auf der linken Seite landet der Ball von Beltrame bei  Carey, dessen Schuss aus 25 Metern fliegt nur knapp rechts am Tor vorbei (1.). Eine halbe Stunde später die nächste gute Chance für CSKA – Malinov bekommt im Strafraum den Ball und zirkelt ihn nur knapp am rechten Pfosten vorbei (33.). In der Folge machen die Gäste das Spiel, doch zwei Chancen kurz vor und nach der Halbzeit bleiben ungenutzt. Stoyanows Hereingabe  wird vom Verteidiger geklärt (43.) und  ein Freistoß von Conté landet bei Verteidiger Mézangue, doch der Innenverteidiger vergibt aussichtsreich (48.). Hätte CSKA-Verteidiger Turitsov einen Schuss von Conté nicht abgefälscht, würde es nun 0:1 stehen (55.). Doch Beroe schaffte es nicht, und so war es auf der anderen Seite Graham Carey, der einen Freistoß aus rund 20 Metern sehenswert im linken oberen Eck platzierte (59.). Zu dieser Zeit durchaus Glücklich und überraschend. Die Gastgeber wollen nachlegen, Beroes Keeper kann einen Distanzschuss von Malonov gerade noch zur Ecke abwehren (64.). Dann fällt das erlösende 2:0 – der eingewechselte Sowe bringt den Ball zum ebenfalls eingewechselten Henrique, dessen Kopfballverlängerung nimmt Graham Carey direkt. Ein weiteres Traumtor (72.). Es war die Entscheidung in diesem Spiel.

Nach dem Spiel besuchten wir im Zentrum die Izbata tavern um dort das Landestypische Kebabcheta zu probieren. Dazu leckere einheimische Biere – es lohnte sich. 

PFC Septemvri Sofia – FC Chernomorets Balchik 4:0


Samstag, 07.03.2020
Stadion Dragalevtsi
Vtora liga
Zuschauer: 60

Die Planung für den Länderpunkt Bulgarien begann bereits Ende Januar. Schnell mal Urlaub eingetragen und Flüge & Hotel innerhalb weniger Tage gebucht. Klar, Vorfreude kam auf – zu dieser Zeit aber nicht ahnend, wie sehr sich die Situation bis zum Abflug verschärfen würde.

Am Donnerstagabend, 21 Stunden vor dem geplanten Abflug in Frankfurt veröffentlicht der Bulgarische Fussballverband eine Mitteilung: Trotz der angekündigten Grippeepidemie im Land werden die Duelle in der Ersten und Zweiten Liga durchgeführt. Zuschauer bleiben ebenfalls zugelassen – sollen aber sämtliche Maßnahmen zum Schutz ihrer Gesundheit ergreifen.  Alle anderen Spiele im Land werden bis kommenden Mittwoch abgesetzt. Ohne Ausnahme. Bis zu unserem Abflug am Freitagmittag war in Bulgarien kein Fall bekannt.

Das Boarding bei WizzAir verzögerte sich um eine Stunde, da der Flieger nach der Landung länger gereinigt werden musste. Abflug des ausgebuchten (!!)  Fliegers war dann gar 80 Minuten später wie geplant. Egal. Die angekündigten Temperaturmessungen Einreisender an Sofias Flughafen bewahrheiteten sich nicht, und so war man innerhalb weniger Minuten im Land. Mit dem Shuttle ging es zu Terminal 2 und von da mit der Metro ins Zentrum. Kurz ins Hotel eingecheckt und dann los zum Abendessen. Bei “Skapto“ gab es leckere Burger und gutes Bier – der erste Abend war geglückt.

Am nächsten morgen kurz Frühstückten und dann geht es los zur Stadterkundung. Ganze drei Stunden hatten wir jetzt Zeit – es waren die einzigen drei Stunden ohne Regen, besser hätte es nicht passen können. Zuerst warfen wir einen kurzen Blick in die Zentralmarkthalle Sofias, bevor es direkt Gegenüber in die Banja-Baschi-Moschee ging. Es ist die einzige aktive Maschee der Stadt – und zugleich eine der ältesten Europas (erbaut 1566/67). Es ging zu der kleine Kirche Sweta Petka, zur Kathedrale Sweta Nedelja, zur Rotunde des Heiligen Georgs, zur Russischen Kirche Sweti Nikolaj und zur bekannten Sehenswürdigkeit der Stadt – der Alexander-Newski-Kathedrale. Von dort folgte ein kurzer Abstecher zurück ins Hotel and dann zum ersten Spiel der Tour.

Im Stadion Dragalevtsi, benannt nach dem gleichnamigen Stadtteil im Südwesten Sofias, trägt der Zweitligist Septemvri Sofia seine Heimspiele aus. Nach dem Abstieg aus der ersten Liga im letzten Sommer soll in diesem Jahr der Wiederaufstieg gelingen. Mit einem Spiel und drei Punkten weniger hinter dem Tabellenführer CSKA 1948 Sofia ist noch alles möglich. Dabei gilt es jedoch die schlechtere Tordifferenz aufzuholen.

Septemvri startete gut in die Partie, doch der erste Warnschuss von Rusev geht links am Tor vorbei (3.). Nur wenige Minuten später war der Ball im Tor, doch der Treffer zählte nicht. Yordanov stand beim Zuspiel von Galchev im Absteits (6.). Beim nächsten Zuspiel von Galchev wurde Yordanov im Strafraum gefoult – Spas Georgiev verwandelte den fälligen Elfmeter sicher (15.). Es dauerte eine Weile bis zur nächsten Chance. Ein satter Schuss von Preslav Yordanov landete im Tor (36.). In der Folge spielten die Gastgeber ihre Überlegenheit zu Ende, die Gäste kamen kaum zum Zug. Erst eine Chance von Balchiks Iliev, geklärt in höchster Not, weckte beide Mannschaften auf (75.). Doch ein erneuter Elfmeter für Septemvri, verwandelt von Preslav Yordanov (81.) sorgte für die Entscheidung. Mit dem Treffer zum 4:0 sorgte Ivan Tilev (85.) für den Endstand.